Wie sieht Seelsorge im Gefängnis aus? Herr Galonska gab spannende Einblicke in seine Arbeit und die Bedeutung von Würde und Resozialisierung. Sein Besuch regte zum Nachdenken an – und inspirierte zu kleinen Gesten der Menschlichkeit.
Gestern hatten wir die Ehre, Herrn Galonska, den Seelsorger der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel, in unserem Grundkurs Werte und Normen der Jahrgangsstufe 12 willkommen zu heißen. Im Rahmen unseres Semesterthemas "Normative Ethik" bot sich uns die Gelegenheit, einen Einblick in die Herausforderungen und die Bedeutung ethischer Werte im Kontext von Strafvollzug und Resozialisierung zu gewinnen.
Herr Galonska berichtete eindrucksvoll über seine tägliche Arbeit mit Gefangenen. Er schilderte, wie wichtig es ist, auch in einem Gefängnisumfeld menschliche Werte zu fördern und den Insassen ein Gefühl von Würde und Respekt zu vermitteln. Besonders faszinierend war der Austausch über den Umgang mit den Gefangenen und die moralischen Fragestellungen, die sich dabei ergeben. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr interessiert und stellten zahlreiche spannende Fragen. Diese Diskussionen reichten von der Bedeutung von Vergebung und Wiedergutmachung bis hin zu den Herausforderungen der Resozialisierung und dem Umgang mit Schuld und Verantwortung.
Ein wichtiger Teil des Gesprächs war das Projekt „Frühlings- und Ostergrüße an Gefangene“, das Herr Galonska vorstellte. Viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule hatten bereits im letzten Jahr daran teilgenommen. Die Idee hinter diesem Projekt ist, den Gefangenen eine Freude zu bereiten und ihnen zu zeigen, dass sie trotz ihrer Situation nicht vergessen werden. Die Grüße werden anonym verfasst und sollen den Insassen vermitteln, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind, auch wenn sie hinter Gittern leben. Diese kleine Geste der Solidarität und Menschlichkeit hat das Potenzial, eine große Wirkung zu entfalten und den Gefangenen Hoffnung zu schenken.
Insgesamt war der Besuch von Herrn Galonska eine bereichernde Erfahrung, die uns nicht nur theoretische Einblicke in die normative Ethik gab, sondern auch unsere Perspektive auf die Gesellschaft und die Menschen, die in ihr leben, erweiterte. Wir danken Herrn Galonska für seinen Besuch und seine inspirierenden Worte und freuen uns darauf, auch in Zukunft an Projekten teilzunehmen, die das Bewusstsein für gesellschaftliche Themen schärfen und Brücken zu denjenigen bauen, die oft im Schatten stehen.
Nicht nur Jahrgang 12 beteiligt sich aktuell an dem Projekt, sondern auch viele weitere Klassen unserer Schule. Es gilt auch ihnen ein herzliches Dankeschön. Unten sieht man zum Beispiel einige Ergebnisse von Grußbotschaften aus Jahrgang 6.








Diese Schule ist eine Bildungseinrichtung des Landkreises Wolfenbüttel